20/3601 Spionage im Harz und Wanderung in der Südharzer Karstlandschaft

04.09.-06.09.2020

Mit Dr. Friedhart Knolle den Harz thematisch erkunden.

Spionage im Harz und Wanderung in der Südharzer Karstlandschaft

An wohl wenigen Stellen Europas, mit Ausnahme von Berlin, standen sich militärische Aufklärer, Luftverteidigungs-Erfasser und Geheimdienste im Kalten Krieg so konzentriert und unmittelbar gegenüber wie im Harz. In den 1970er Jahren fand hier eine einzigartige Aufrüstung statt. Allein auf westlicher Seite wurden sechs der höchsten Gipfel von den Diensten der NATO-Staaten oder ihren Verbündeten besetzt. Von diesen Bergen wurde nicht nur Fernmelde- und Elektronische Aufklärung (volkstümlich „Spionage“) betrieben, sondern von hier war auch elektronische Kampfführung allgemein möglich. Denn es ist heute allgemeines Wissen, dass im Kalten Krieg von beiden Seiten der Beginn eines Dritten Weltkriegs geübt wurde. Dieser wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in Deutschland ausgebrochen und hier zunächst als konventioneller Krieg mit massivem Panzereinsatz geführt worden, bis eine Seite vermutlich atomar bestückte Kurzstreckenwaffen eingesetzt hätte.

Die Gipskarstlandschaft des Südharzes

An den wilden Oberharz schließt sich im Süden eine Gipskarstlandschaft an. Vielleicht haben Sie den Begriff Gipskarst noch nicht gehört? Die Schwäbische Alb, die berühmten Wasserfälle der Plitvitzer Seen in Kroatien, der Schweizer Jura und so manches spektakuläre Gebirge in Südchina, sie alle sind ebenfalls Karstlandschaften. Karst, das bedeutet eine Landschaft, in der das Oberflächenwasser durch wasserlösliches Gestein wie Gips, Anhydrit oder Kalk versickert. Das Gestein entstand vor 250 - 258 Millionen Jahren im Zeitalter des Perm, als das Zechsteinmeer den gefalteten, aber wieder eingeebneten Harz mehrfach überflutete und wieder austrocknete. Im flachen, aber sehr warmen Zechsteinmeer - der Harz lag damals in der Gegend von Kairo - lagerten sich die gelösten Salze am Boden ab, während das Seewasser verdunstete. Regenwasser, aber auch die riesigen nacheiszeitlichen Schmelzwassermengen, lösten das wasserlösliche Gestein an vielen Stellen auf und drangen durch Schlucklöcher und Bachschwinden, Ponore genannt, in den Untergrund ein. So  bilden sich unterirdische Höhlen und ganze Wasserläufe. Das Wasser fließt unterirdisch ab und tritt ganz woanders wieder an die Oberfläche, beispielsweise in der Rhumequelle. Im Laufe der Zeit stürzt so manche zu groß und instabil gewordene Höhle ein. Durch das nachstürzende Gestein bildet sich manchmal eine Doline (Senke) an der Erdoberfläche, oder der Hohlraum bricht bis an die Erdoberfläche durch und lässt Erdfälle oder Täler entstehen und prägt so die Landschaft. Dies passiert ständig und bis heute. Viele der heute bekannten Gipshöhlen sind nicht älter als 10.000 Jahre. Die Karstlandschaft des Südharzes, ein bis zu 7 Kilometer breiter und an die 100 Kilometer langer Landschaftstreifen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, zeichnet sich durch sanfte Hügel und eine kleinteilige Landschaft aus Kalkbuchenwäldern, Gipssteilhängen, Dolinen, Erdfällen, Magerrasenflächen und Quellsümpfen aus. Der Karstwanderweg durchquert diese einzigartige Landschaft auf 230 Kilometern. Insbesondere bei trockenem Wetter, wenn sich die Gipsfelsen schneeweiß von der Umgebung abheben, macht es Spaß, die Gegend zu Fuß oder mit dem Rad zu entdecken. Informationen über den Karstwanderweg findet man auf www.karstwanderweg.de.

Lernziele:

  • Der Südharz und seine Karstlandschaft – eine Einführung: – Jahrmillionen Jahre Harzgeschichte konserviert in Anhydrit und Gips
  • Exkursion im Südharz mit Vor-Ort Erkundungen zu den Standorten einige ehemaligen Anlagen Fernmelde- und Elektronische Aufklärung
  • Harzgeschichte im Kalten Krieg und seinen Anlagen der Fernmelde- und Elektronische Aufklärung

Seminarleitung: Heiko Eifling

Referent: Dr. Friedhart Knolle

Arbeitet im UNESCO Global Geopark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen mit, in dem sich die Südharzer Karstlandschaft befindet. Seine historischen Interessen manifestieren sich durch die Mitarbeit in einigen Harzer Geschichtsvereinen.

Preis: 155 € inkl. Übernachtung und Verpflegung im EZ, 85 € für Freundeskreis und Förderkreis Mitglieder

 

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